Hatte er. Eine ganze Seite sogar. Wie toll Chicago sei, das sie jetzt im Wohnmobil auf dem Weg nach Tennessee waren und das er sie liebte und sehnsüchtig auf seine Rückkehr wartete. Yvonne war selig. Sie hatte in den letzten Tagen immer wieder an ihn gedacht, aber durch die viele Ablenkung gar nicht bemerkt, wie sehr sie ihn vermisste. Diesen Abend beschloss sie allein Zuhause zu verbringen und ihm eine richtig schöne Antwort zu schreiben. Es wurden drei Seiten, wobei sie die Geschichte mit Vivi und Silke im See nur sehr verschwommen erzählte, so dass er auf keinen Fall herausfinden konnte, was die drei wirklich taten. Sie freute sich riesig und hoffte, dass er möglichst bald die Möglichkeit hatte seine Post abzurufen. Gegen zehn legte sie sich ins Bett und schlief sofort ein.
Am abend startete die Pyjamaparty der Mädels. Die Eltern von Vivi und ihrer Schwester Heike waren übers Wochenende bei Freunden in Berlin. Vivi nutzte das natürlich sofort und hatte alles perfekt durchorganisiert. Ihren Freund Frank hatte sie kurzerhand gleich mit weggeschickt. Frank war mit zwei Kumpels zum angeln gefahren. An irgendeinen See in der Nähe, so hatte Vivi das Wochenende für sich allein. Mittags hatte sie mit ihrer sechzehnjährigen Schwester schon mal die Nahrungs- und Alkoholvorräte für den Abend organisiert. Eiskrem, Kartoffelchips, Salzstangen, Pizza, Sekt, Cola, und drei Flaschen Tequila. Mit Zimt und Orange. Ihr war klar, dass sie nie drei Flaschen Tequila trinken würden, aber so bestand wenigstens keine Gefahr. Die beiden Schwestern machten sich gegenseitig zurecht, schminkten sich und ihnen wurde klar, dass der Name Pyjamaparty stark übertrieben war. Beide trugen kurze Baumwollpants in dunklem grün und blau. |