Georg oder das Erwachsenwerden

Georg oder Das Erwachsenwerden

Neue Wohnung, neuer Mann, neues Glück. Zumindest für meine Mutter. Wir ziehen zu Georg in die Oderberger, Dachgeschoss, mit Sonnenterrasse und Blick auf den Mauerpark. 160 qm. Georg ist liebevoll, konservativ, fürsorglich, großzügig, der Traummann meiner Mutter. Irgend etwas stört mich an ihm, aber ich weiß nicht was. Er sieht gut aus, gebe ich zu, beim Wichsen denke ich oft an ihn. In letzter Zeit eigentlich immer. Aber irgendwas ist merkwürdig an ihm, dabei bleibe ich.

Abendessen, ganz familiär. Wir drei um einen Tisch im Wohnzimmer, Käse, Wurst, Salat zwischen uns. Gregor fragt mich über die Schule aus, und ich antworte einsilbig, meinem Alter angemessen, als er mich plötzlich fragt:

"Wie geht es denn Marina?"

Marina ist meine beste Freundin in der Schule, wenn ich sie außerhalb auch nicht oft sehe. Aber in seiner Frage schwingt etwas anderes mit, und ich werde rot, als ich mit: "Gut." antworte.

Meine Mutter mustert uns beide, dann lacht sie: "Georg, nun quäl den Jungen doch nicht so!", und zwinkert mir zu. Auch Georg lacht, und zwinkert, aber das sieht ein bisschen anders aus bei ihm.

Georg arbeitet nur drei Tage die Woche, ich glaube, er ist Investmentbanker oder so. Deshalb ist er oft zuhause, wenn ich von der Schule komme, im Gegensatz zu meiner Mutter, die im Krankenhaus Schichten schiebt. Er hat ihr angeboten, sie könne kündigen, sein Geld würde für alle reichen, aber sie ist noch nicht so weit, wahrscheinlich wegen der schlimmen Trennung von meinem Vater.

Als ich nach Hause komme, sehe ich auf dem Weg in die Küche, dass Georg ein Sonnenbad auf der Terrasse nimmt. Ich hole eine Cola aus dem Kühlschrank und gehe hinaus zu ihm. Er liegt auf dem Bauch, Kopf auf den Armen. Er scheint zu schlafen.

Es sind die ersten Sonnentage seit langem, er ist noch blass. Er hat breite Schultern und eine enge Hüfte, wie bei einem Schwimmer. Seine Oberschenkel, muskulös und mit schwarzen Haaren bedeckt, glänzen von der Lotion. Er hält nichts von Lichtschutzfaktoren, aber er wird auch immer in der ersten Sonne bereits so braun, als würde er ins Solarium gehen.

Ich sage nichts, um ihn nicht zu wecken, und gehe ins Bad. Das schmale Badezimmerfenster öffnet sich zur Terrasse hin, und ich schaue hinaus, beobachte Georg beim Schlafen. Stelle mir Dinge vor. Plötzlich dreht er sich auf den Rücken, so dass ich seine Vorderseite bewundern kann; das so gar nicht zu seiner konservativen Haltung passende Goldkettchen liegt auf seinen Brustmuskeln. Er hat ein wirklich schönes Gesicht, klassisch, mit feiner Nase und breiten Lippen. Und, gerade jetzt, eine Beule in der Badehose. Versonnen, wie im Halbschlaf, fährt er mit seiner Hand über die Beule, krault seine Latte, die dabei noch mehr anschwillt. Ich habe ebenfalls eine Hand in der Hose. Plötzlich steht er auf, und reflexartig ziehe ich die Hose runter und setze mich aufs Klo, damit er mich, falls er ins Bad kommt, nicht gaffend vor dem Fenster erwischt. Ich sitze und drücke meine Latte nach unten, als er tatsächlich das Badezimmer betritt und erschrickt, weil er mich auf dem Klo sieht.

"Oh, ich wusste nicht, dass du schon da bist."

"Ich wollte dich nicht wecken", sage ich mit rotem Gesicht. Was, wenn er meine Latte sieht? Wobei wir dann quitt wären, denn der Schreck scheint ihn seine Latte vergessen zu lassen, ich kann alles sehen in seiner engen Badehose.

"Nun, ich muss auch mal. Dringend."

Er sieht mich unsicher an, aber geht nicht raus, und mir bleibt nichts anderes übrig als aufzustehen und meine Latte so schnell wie möglich in meinen Boxers und Baggies unterzubringen. Ich spüle zum Schein und gehe an ihm vorbei, ohne ihn anzusehen. Er schließt die Tür, als ich hinausgehe. Ich lausche an der geschlossenen Tür, bis ich ihn leise stöhnen höre, dann schleiche ich in mein Zimmer, lege mich aufs Bett, und komme in dem Moment, in dem ich meinen Schwanz anfasse.

Nachmittags gehe ich oft Skaten an der Philharmonie oder im Humboldthain. Als ich heute nach Hause komme, hat Georg Abendessen gemacht, Pasta. Meine Mutter hat Spätschicht, wir sind allein. Seine Verlegenheit ist dahin, das macht es mir leichter, das Ereignis vorhin zu verdrängen. Wir reden nicht viel. Auch nicht über Marina. Als ich meine Beine unter dem Tisch zu ordnen versuche, berühre ich ihn am Fuß. Er hat diese ganz dünnen Socken an, die ich immer mit Anzügen und polierten Schuhen assoziiere, und mir wird warm. Nach ein paar Sekunden zieht er seine Füße zurück, und wir schauen beide eine ganze Weile nicht vom Teller auf.

Nachdem ich Georg in seinem Arbeitszimmer Gute Nacht gesagt habe (er lächelte mir bei seiner Antwort zu, und alles war wieder unverfänglich) gehe ich in mein Zimmer und betrachte mich nackt in meinem Kleiderschrankspiegel. Ich bin blond, mit schulterlangen Haaren, recht klein, und habe außer Scham- Achsel- und ein paar Arschhaaren gar keine Körperbehaarung. In meinen Baggiepants verberge ich einen recht ansehnlichen Arsch, alles in allem bin ich zufrieden. Nur dass ich dieses Potential noch nie einsetzen konnte, macht mir zu schaffen. Ich wäre sicherlich ein bisschen entspannter in Georgs Nähe, wenn ich regelmäßig oder zumindest gelegentlich Sex hätte. So aber staut sich alles auf, und ich weiß nicht, ob er das überhaupt merkt. Meine Mutter jedenfalls merkt es nicht. Ich glaube, sie denkt, ich würde ihn nicht mögen.

Obwohl ich weiß, dass es nicht hilft, wichse ich vor dem Einschlafen. Ich versuche an meinen Kumpel Paul zu denken, oder an Herrn Freese, den Sportreferendar, aber als ich komme, liegt wieder Georg vor meinem geistigen Auge auf der Sonnenliege und glänzt, während er sich langsam seinen glitschigen Schwanz massiert.

Am nächsten Abend gehen wir drei ins Kino, um zu feiern, dass meine Mutter Frühschicht hat. Die nächste Woche wird sie immer nachmittags zuhause sein, und die immer seltsamer werdenden Georg-und-ich-allein-zuhaus-Nachmittage sind erst mal vorüber. Ich bin ein bisschen erleichtert und ein bisschen traurig darüber, und versuche im Allgemeinen, nicht so viel darüber nachzudenken.

Im Kino kaufen wir Popcorn und setzen uns ganz nach hinten; das Kino ist bis auf ein paar Menschen außer uns leer, denn wir gucken einen etwas älteren französischen Liebesfilm, der schon als er das erste Mal lief keine besonders guten Kritiken bekam. Georg sitzt in der Mitte, den großen Popcornbecher auf seinem Schoß stehend, und meine Mutter und ich grapschen uns regelmäßig eine Handvoll raus. Einmal berühre ich dabei aus Versehen Georgs Hand, und der Kontakt dauert ein paar Sekunden länger, als er sollte. Ich werde sofort hart. Nachdem ich die Hand, mit Popcorn gefüllt, zurückziehe, traue ich mich mehrere Minuten nicht, mich zu bewegen. Dann zieht der Film mich wieder in seinen Bann.

Nach einer halben Stunde merke ich, dass Georgs Linke auf meinem Oberschenkel ruht, wie beiläufig hat er sie dahingelegt. Er bewegt sie nicht, er greift nicht, sie liegt einfach da, unschuldig, und brennt sich durch meine Hose in meine nackte Haut darunter. Ich kann mich den Rest des Films über nicht mehr konzentrieren, denke immer an die Zentimeter, die zwischen seiner Hand und meinem Schwanz liegen, und werde mir einfach nicht klar darüber, ob alles Absicht oder Zufall ist. Als meine Mutter mich nach Ende des Films fragt, ob er mir gefallen habe, kann ich nur nicken. An Details kann ich mich beim besten Willen nicht erinnern.

An einem Nachmittag, ein paar Wochen später, komme ich von der Schule nach Hause. Ich erwarte mittlerweile, Georg bei gutem Wetter auf der Sonnenliege zu finden, und heute sind es dreißig Grad draußen. Die Sommerferien sind nicht mehr weit. Und tatsächlich liegt Georg auf der Sonnenliege und döst, vom Öl glänzend wie jedes Mal, und ich schnappe mir eine Cola und gehe auf die Terrasse. Wir haben auf dieser offiziellen Ebene von Sohn zu Freund-der-Mutter mittlerweile eine Vertrautheit erlangt, die ihm erlaubt, mir eine Zigarette anzubieten. Ich nehme dankend an, ich habe meist nicht das Geld, mir Kippen zu kaufen. Dies ist unser Geheimnis: Ich rauche gelegentlich, und er verrät es nicht meiner Mutter. Wir witzeln ein wenig darüber, und ich setze mich auf die zweite, selten benutzte Sonnenliege.

Er nimmt einen tiefen Zug von seiner Zigarette, und dreht den Kopf in meine Richtung, was mir verbietet, weiterhin seine Badehose anzustarren. Er beschattet seine Augen mit der Hand und grinst:

"Warum sonnst du dich nie?"

Ich habe schon damit gerechnet, dass er mir eines Tages diese Frage stellen würde, deshalb antworte ich nur scheinbar spontan:

"Ach, dieses in-der-Sonne-braten gibt mir nichts."

"Außer Farbe, meinst du."

"Findest du mich zu blass?" antworte ich spöttisch, und versuche zu ignorieren, dass ich flirte.

Das nimmt ihm ein wenig den Wind aus den Segeln, dann grinst er wieder:

"Weiß nicht, bei den Baggies und langärmeligen Shirts, die du immer trägst, kriegt man nicht gerade viel zu sehen."

Das sitzt. Ich habe zwei Möglichkeiten - ihn beim Wort zu nehmen und mich auszuziehen oder reinzugehen und diese offene Anmache als Missverständnis meinerseits zu interpretieren - und entscheide mich für die sichere Seite.

"Hör zu, Georg, ich muss noch Hausaufgaben machen." sage ich, und lächele ihn an, um den Worten die Schärfe zu nehmen, dann gehe ich rein und direkt in mein Zimmer. Dieser Mann treibt mich langsam in den Wahnsinn.

Um ein für allemal zu klären, ob er diese Signale unbewusst sendet, fasse ich einen Plan. Ich werde es auf eine peinliche Situation ankommen lassen, auf die Möglichkeit, dass er doch noch einen Rückzieher macht, mir zeigt, ich hätte alles missverstanden, denke ich bei den Hausaufgaben (die waren nur zur Hälfte ein Vorwand, mich von der Terrasse zu entfernen). Auch auf die Gefahr hin, dass er mein Geheimnis laut ausspricht, mich für pervers hält. Dann hätte ich wenigstens eine eindeutige Situation, mit der ich umzugehen hätte.

Georg steckt seinen Kopf durch die Tür (natürlich war er höflich genug, anzuklopfen) und kündigt das Abendessen an. Ich ziehe meine Socken aus, bevor ich ihm ins Wohnzimmer folge.

Es gibt Tomatensuppe und Rucolasalat, sehr lecker, aber ich bin zu nervös, um etwas zu schmecken. Wie beiläufig strecke ich die Füße aus, versuche, den Zufall erneut zu beschwören, dann berühre ich seine Füße. Mit den nackten Füßen streiche ich über seine Socken, lasse meine Füße dann auf seinen liegen. Ich schaue nicht vom Teller auf, warte ab. Mein Herz schlägt bis zum Hals. Er zieht die Füße nicht zurück, fragt etwas, ich antworte, über dem Tisch wieder Unverfängliches, aber unter dem Tisch Eindeutiges. Plötzlich steht er auf, "Bin gleich wieder da.", geht ins Bad. Ist es ihm zu viel geworden?

Nach kurzer Zeit kommt er wieder, setzt sich an den Tisch, und fast augenblicklich legt er seine Füße auf meine. Er hat die Socken ausgezogen. Haut an Haut streicheln wir uns unter dem Tisch, ich spüre die Härchen auf seinem Fußrücken unter meinen Sohlen, er ist ganz warm. Über dem Tisch reden wir immer noch dummes Zeug, aber wenigstens herrscht unten jetzt Klarheit. Ich gehe mit meinem Fuß an seinem Unterschenkel hoch, spüre die Haare, streiche an seinem Wadenmuskel entlang.

Irgendwann sind Topf und Schüssel leer, wir müssen nebenbei gegessen haben, wenn wir es auch nicht wahrnahmen. Kein Vorwand mehr, unter dem wir sitzen bleiben könnten. Wir tragen das Geschirr in die Küche, und während ich ihm beim Einräumen der Spülmaschine helfe, schauen wir uns an. Endlich sehe ich einmal dasselbe Gefühl in seinem Ausdruck, dass mich schon so lange bewegt.

Die nächsten Tage verlaufen ereignislos, träge geht das Schuljahr seinem Ende zu. Mitte der nächsten Woche gibt es Ferien. Georg und meine Mutter haben für später einen zweiwöchigen Urlaub in Frankreich für uns drei geplant, aber bis dahin habe ich frei. Ich werde mich erfahrungsgemäß ein paar Mal mit Paul treffen, aber die meiste Zeit einfach nur draußen rumhängen, skaten, allein sein. Meine Gedanken kreisen hauptsächlich um Georg, und was daraus werden wird.

Als ich nach Hause komme, liegt Georg wie üblich auf der Terrasse. Ich entscheide mich heute für Saft, gehe dann in mein Zimmer und ziehe die Badeshorts an, die ich im letzten Badeurlaub auf Ibiza so gerne angezogen habe. So bewaffnet lege ich mich draußen auf die Sonnenliege neben Georg.

"Hey Kleiner," sagt er grinsend, "hast du deine Meinung geändert?"

"Muss ja was dran sein am Sonnenbaden, wenn du es jeden Tag machst."

"Du hast Ferien, was hast du vor?", fragt er.

"Ach, nicht viel. Hauptsächlich Skaten."

Er gibt mir das Sonnenöl, und ich fange an, mich im Stehen langsam einzuölen, mache eine Show daraus, während wir weiterplaudern. Ich öle abwechselnd meine Beine ein, meinen Oberkörper, darauf bedacht, dass er alles sehen kann. Als ich fertig bin, sagt er:

"Was ist mit dem Rücken?"

Wieder grinse ich, vielleicht ein bisschen anzüglich, und gebe ihm die Flasche zurück. Dann drehe ich mich um. Er lacht.

Er steht auf und tritt hinter mich, ich spüre die Hitze, die von ihm ausgeht. Fachmännisch ölt er meinen Rücken ein, und ich genieße seine Hände auf meinem Rücken, kann bereits meine Reaktion darauf spüren. Er zögert es raus, es wird mehr und mehr eine Massage daraus. Er drückt sich an mich, von hinten, und ich kann seine Erektion an meinem Hintern spüren. Ich drücke reflexartig zurück. Er reibt sich an mir, keucht leise, seine Hände umfassen meinen Brustkorb, er streichelt meine Brustwarzen.

"Lass uns reingehen", flüstert er mir ins Ohr, und geht vor. Ich gehe ihm hinterher, er ist auf dem Weg in mein Zimmer. Dort angekommen, schließt er die Tür, sobald wir drinnen sind, und wir setzen das Spiel im Stehen fort. Ich schaue zu ihm auf, er schaut mir in die Augen. Ich gleite mit meinen Händen über seinen Rücken hinab zu seinem Arsch, unsere Schwänze reiben aneinander. Ich lege meinen Kopf an seine behaarte Brust, schmecke seinen Schweiß und Sonnenöl. Er leckt von meinem Nacken hoch zu meinem Ohr, streichelt meinen Bauch dicht über der Oberkante der Shorts. Dann küssen wir uns. Mein erster Kuss, wenn man den lahmen Versuch mit Paul einmal weglässt, der wirklich nicht von den Vorzügen des Schwulseins zu überzeugen war. Plötzlich bricht er ab, geht einen Schritt zurück, und ich fange sofort an zu frieren. Sein Blick ist starr auf meinen Schreibtisch gerichtet, und dann sehe ich den Grund seines Schocks. Dort steht ein Foto meiner Mutter.

"Tut mir leid, ich kann das nicht"

Seine Worte hängen in der Luft, während er sich wegdreht und rausgeht, ohne mich noch einmal anzusehen. Er macht die Tür hinter sich zu, und ich breche auf dem Bett zusammen, ratlos und verwirrt.

Ich schließe mich in meinem Zimmer ein und denke nach über Georgs seltsames Verhalten. Was genau meint er, nicht zu können? Mit mir zu schlafen? Mit mir zu schlafen? Wie betäubt starre ich an die gegenüberliegende Wand, in meinem Kopf dreht sich alles solange im Kreis, bis nichts mehr einen Sinn ergibt. Dann schlafe ich ein. Ich wache gegen zehn Uhr abends noch mal auf, gehe in die Küche, um Essen zu holen, und esse in meinem Zimmer. Und wieder starre ich die Wand an, komme nicht zu einer Lösung, und wieder schlafe ich ein.

Als ich am nächsten Morgen aufstehe, ist niemand da. Alle arbeiten offenbar. Ich mache Kaffee. In meinem Zimmer zurück, bemerke ich, dass mein Handy blinkt. Es liegt immer auf meinem Schreibtisch, weil ich es so gut wie nie benutze, aber jetzt blinkt es. Georg hat geschrieben, er hole mich gegen sechs Uhr zuhause ab und ich solle meiner Mutter erzählen, ich würde bei einem Freund übernachten. Heißt das, er übernachtet mit mir?

Ich gehe Skaten, wie immer, wenn ich keine Ruhe finde. Ich fahre ein bisschen vor der Max-Schmeling-Halle rum, genieße die Sonne am ersten Ferientag. Ich leg mich auf den Rasen und schaue den anderen Skatern zu. Warum kann ich mir nicht 'nen Skater als Freund suchen? Wieso bin ich so fixiert auf Georg? Was erwartet mich heute abend?

Ich ruf Paul an, sag ihm, ich würde ein Alibi brauchen, und ob er mich decken könne, wenn meine Mutter sich bei ihm erkundigt. Paul ist neugierig, und ich muss ihm versprechen, später alles zu erzählen. Irgendwann werde ich das sicher auch tun. Dann rufe ich meine Mutter im Krankenhaus an, und sie ist einverstanden und wünscht mir einen schönen Ferientag. Ich habe ein schlechtes Gewissen, weil ich meinen schönen Ferientag mit ihrem Freund verbringen werde. Ich bummele ein bisschen herum, sonne mich zuhause auf der Terrasse, gucke fern, und gegen sechs kommt Georg nach Hause und holt mich und meinen gepackten Rucksack ab.

"Wo fahren wir hin?" frage ich im Auto.

"Ein Freund von mir ist auf den Bahamas. Ich habe seinen Wohnungsschlüssel, er hat nichts dagegen, wenn ich bei ihm übernachte." antwortet Georg, ohne zu mir rüberzusehen.

"Ein Liebesnest?" frage ich, weil ich immer noch nicht weiß, was los ist.

Er antwortet nicht.

Ich habe keinen Blick für die elegante große Wohnung, ich beachte nicht die teuren Kacheln im Bad, als ich pissen gehe, und ich bewundere nicht das teure Original über dem Bett, auf dem Georg sitzt, als ich ihn im Schlafzimmer finde.

"Setz dich", sagt Georg, und ich tue es.

"Ich weiß nicht so genau, was ich mir gedacht habe, aber als ich heute an diese Wohnung gedacht habe, schien sie mir ideal, um dir in aller Ruhe zu erklären, was in mir vorgeht."

Ich schaue ihn erwartungsvoll an.

"Tut mir leid, dass ich gestern alles kaputt gemacht habe, aber andernfalls hätten wir alles andere kaputt gemacht. Mir liegt sehr viel an dir. Ich mag dich, und ich will dir nicht weh tun, und deswegen bin ich gestern gegangen."

"Du willst nicht mit mir schlafen?", frage ich leise, ohne vom Bett aufzuschauen.

"Verdammt, darum geht es doch. Du bist sexy, ohne es zu wissen. Du raubst mir den Verstand. Aber in dieser Situation, wie soll das gut gehen? Wenn deine Mutter das mitbekommt, glaubst du, wir könnten uns noch sehen?"

"Also wirst Du mein Stiefvater, und das wars?"

"Ich weiß nicht, ehrlich gesagt, woran ich mit deiner Mutter bin. Ich mag sie sehr, und es könnte mehr werden, aber in letzter Zeit ist sie sehr abwesend, fast abweisend. Die Lage zwischen uns ist momentan recht angespannt. In dieser Situation bin ich es mir, deiner Mutter und dir schuldig, das Richtige zu tun, damit keine Katastrophe losbricht."

"Und was erscheint dir als das Richtige?"

"Darüber muss ich mir noch klar werden. Ich will nur niemanden hintergehen."

Ich schaue ihn an, und verstehe jetzt die sprunghaften Änderungen in seinem Verhalten der letzten Wochen.

"Kein Liebesnest, also." Ich grinse bei dieser Feststellung, wenn ich es mir auch anders wünsche.

Er lächelt ebenfalls.

"Komm Kuscheln."

Wir liegen nebeneinander auf dem Bett, die Arme umeinander gelegt, und teilen unsere Wärme. Jeder hängt seinen eigenen Gedanken nach. Er will mich, denke ich, wer hätte das gedacht.

Ich muss eingeschlafen sein. Als ich erwache, ist es Tag, und nach einem kurzen Moment der Desorientierung erinnere ich mich, wo ich bin. Ich bin allein. Auf dem Bett, am Fußende, liegt ein Zettel. Ich bin nach Hause gefahren, ich wollte mit deiner Mutter reden, in Liebe, Georg. In Liebe? Was hat er mit meiner Mutter besprochen?

Ich mache mir einen Kaffee (der Kühlschrank ist nicht so leer, wie man es bei einem Wohnungsbesitzer auf den Bahamas vermuten würde) und denke nach. Mein Handy blinkt. Meine Mutter möchte mich treffen, sagt das Display, ich soll zurückrufen. Das tue ich, und meine Mutter, die sehr erschöpft klingt, will sich mit mir um zehn im Sonntag treffen. Warum nicht zuhause? Egal. Mir bleibt keine Zeit mehr, nachzudenken, denn um keinen Verdacht aufkommen zu lassen, ich hätte nicht bei Paul geschlafen, muss ich jetzt los.

Meine Mutter sitzt vor einem Milchkaffee und sieht ziemlich blass aus.

"Morgen, Mama, warum treffen wir uns hier?"

"Hör zu, Liebling, ich muss dir was erzählen. Bitte lass mich ausreden. Wie fang' ich an?"

Weiß sie Bescheid über Georg und mich? Mein Herz rast.

"Also, ich mache es kurz. Ich habe auf der Arbeit einen anderen Mann kennen gelernt, einen sehr netten Arzt namens Herbert. Zwischen mir und Georg lief es in letzter Zeit nicht sehr gut, und Herbert war sehr lieb zu mir. Gestern abend hat uns dann Georg bei ihm zuhause überrascht, als er früher zurückkam, als ich dachte. Gott sei Dank warst du nicht da, es war eine sehr hässliche Szene. Jedenfalls, ich habe meine Sachen gepackt und wohne jetzt bei Herbert, bis ich was Eigenes finde. Es tut mir so leid, dass ich dir das antue, mein Schatz."

Okay, denke ich, das ist jetzt aber wirklich eine verfahrene Situation. Sie muss meinen Schock sehen, denn sie fährt fort:

"Ich habe mit Georg geredet, nachdem wir fertig waren mit Anschreien. Du kannst noch eine Weile wohnen bei ihm, ich weiss ja, wie gut ihr euch versteht. Schließlich kennst du ja auch Herbert noch gar nicht. Ich hoffe, das ist okay."

"Ja, Mama, ich glaube schon", antworte ich, und egoistisch wie ich bin, sehe ich natürlich nur die Chancen.

"Wenn du magst, kannst du heute abend ja mit Herbert und mir Essen gehen, dann könnt ihr euch kennenlernen."

"Ich weiß noch nicht, Mama, ich muss jetzt erst mal nachdenken."

"Das verstehe ich, mein Schatz. Es muss schrecklich für dich sein. Ich fürchte, ich habe dir die Ferien verdorben."

"Und Georg." Es rutscht mir raus, aber ich bin wirklich wütend auf meine Mutter.

"Ja." Sie sieht mich verwirrt an. "Weißt du, Erwachsene machen schrecklich dumme Sachen, manchmal. Übrigens, Georg meinte, er bereue es, dass er seine Gelegenheiten ungenutzt verstreichen ließ, während ich hinter seinem Rücken na, du weißt schon. Weißt du, was er damit meinte?"

"Nein Mama, ich habe keine Ahnung." lüge ich, ohne rot zu werden.

"Na ja, ist ja auch egal. Noch mal, mein Schatz: Es tut mir so leid. Aber ich bin sicher, du wirst Herbert mögen. Ich muss jetzt gehen."

Sie bezahlt und verschwindet, und ich sitze noch immer da und schaue auf die Kastanienallee raus. Dann fällt mir ein, wie es Georg gehen muss, während ich Bastard nur über die Möglichkeiten schwärme, und renne raus und rüber in die Oderberger.

Er sitzt am Tisch, ein Häufchen Elend, als ich reinkomme. Ich gehe zu ihm, ohne ein Wort zu sagen, und lege meinen Arm um ihn. Er legt seinen Kopf an meinen Bauch und fängt an zu weinen. Merkwürdige Rollenverteilung.

"Ich bleibe hier." sage ich nach einer Weile.

"Sei nicht dumm, du kannst nicht hier bleiben. Du gehörst zu deiner Mutter." antwortet er.

"Irrtum. Ich gehöre zu dir. Wenn du willst. Ich denke, ich bin alt genug, zu entscheiden, wo ich wohne, mit siebzehn."

Dann küsse ich ihn.

Wir sonnen uns den ganzen Vormittag auf der Terrasse, nackt, und er erzählt mir vom Abend zuvor. Er ist immer noch merklich mitgenommen, aber langsam kommt er drüber weg. Als ich mit einem Grinsen frage, ob Herbert gut aussieht, starrt er mich entsetzt an, dann lacht er: "Du Bastard!"

Wir schweigen, dann kriegt er einen Lachanfall. Ich frage was los ist, und er sagt:

"Dreißig Zentimeter."

Ich wiederhole fragend: "Dreißig Zentimeter?"

"Sein Schwanz. Ich hab ihn kurz gesehen, bevor er mit den Klamotten ins Bad rannte."

Ich fange an zu lachen. Georg schaut mich mit süßsaurem Lächeln an, dann sagt er:

"Was habe ich dem schon entgegenzusetzen?" Und nach einer Pause:

"Vielleicht gut, dass es so gekommen ist. Hat uns 'ne Menge Ärger erspart."

Daran habe ich auch schon gedacht.

"Komm, wir gehen duschen, und dann essen wir."

Ich nicke.

Wir küssen uns unter dem heißen Wasserstrahl, pressen uns aneinander. Ich fahre über seine Arschbacken, mit meiner Hand, unsere Schwänze reiben aneinander. Wir lächeln uns an. Wir seifen uns ein, waschen uns ab. Damit wir länger was davon haben, schalte ich unbeobachtet das Wasser auf kalt, und wir stürmen lachend aus der Dusche und trocknen uns ab.

Wieder am Abendbrottisch, und die Spannung ist auch wieder mit dabei. Ich in Shorts und T-Shirt, er im weißen Bademantel. Wir essen, lächeln uns an, aber wir reden nicht. Unter dem Tisch liegen unsere Füße aufeinander.

Er ist fertig mit Essen, lehnt sich zurück, verschränkt seine Arme und beobachtet mich, wie ich mein Brötchen verschlinge. Als ich fertig bin, lehne ich mich ebenfalls zurück. Sein Fuß streicht an meiner Wade hoch. Wir schauen uns an.

"Jetzt?" frage ich, und er nickt. Ich lecke mir die Lippen.

Ich lasse mich vom Stuhl gleiten, krieche unter den Tisch. Das wollte ich schon so lange machen. Ich küsse seine Füße, küsse mich an seinem Bein hoch. Sein Bademantel ist offen, er rutscht ein Stück vom Tisch weg, öffnet die Beine. Ich rutsche hinterher, küsse seine Oberschenkel, sauge den Geruch nach Seife und leichtem Schweiß ein. Sein halbsteifer Schwanz füllt mein Gesichtsfeld aus, und ich öffne den Mund. Er stöhnt, ich lecke seine Eier, und schaue seinem Schwanz beim Wachsen zu. Die Vorhaut schiebt sich zurück, und ich fange an zu blasen. Er hält meinen Kopf mit beiden Händen, gibt mir das Tempo vor, zögert es hinaus. Ich genieße den Geschmack, und seine Reaktionen auf meine Bemühungen, und das Gefühl der Kontrolle über seine Lust.

"Wie oft hast du das in deinen Träumen schon gemacht?" fragt er leise.

Ich lasse kurz seinen Schwanz aus meinem Mund. "Hunderte Male."

Er steht auf, führt mich zur Couch, setzt sich wieder und wir nehmen dieselben Positionen wie am Esstisch ein.

Ich wichse ihn jetzt, diesen dicken, warmen Schwanz in meiner Hand, und lecke seine Eier. Er wirft den Kopf mit geschlossenen Augen zurück und zieht die Beine auf die Couch, legt sich auf den Rücken. Ich fahre tiefer mit meiner Zunge, bis ich seinen Arsch erreiche. Ich drücke meine Zungenspitze in die Furche, schmecke ihn, kehre dann zurück zu seinem Schwanz. Er setzt sich wieder hin, und seine Oberschenkel pressen sich an meinen Oberkörper. Seine Spannung nimmt zu, er ist kurz vorm Kommen, und ich ramme seinen Schwanz so tief in meinen Hals, wie es geht. Er stöhnt, reißt meinen Kopf wieder hoch und kommt. Warmes Sperma spritzt mir ins Gesicht, läuft meine Wangen und mein Kinn runter, und ich lecke es auf.

"Wie oft hast du das in deinen Träumen schon gemacht?", frage ich, ihn mit meinem spermaverschmierten Gesicht anschauend.

Er küsst mich, zieht sich zu sich hoch. "Tausende Male."

Ich kniee mich auf die Couch, und er bläst mich. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, und ihm dabei zuzusehen, wie er mit der Zunge um die Eichel spielt, unter meine Vorhaut geht und mich dabei unverwandt ansieht, macht es noch geiler.

Ich brauche nur ein paar Minuten, dann schieße ich alles in seinen Mund. Er schluckt, sieht mich an, schluckt. Ich bin high.

Es duftet nach Sex, und wir küssen uns, ich auf seinem Schoß sitzend, und schmecken unseren Samen. Wir werden schon nach kurzer Zeit wieder steif, der Drang ist stärker als vorher. Er massiert meinen Arsch mit beiden Händen. Ich stehe kurz auf, hole die Butter vom Tisch, und er bearbeitet weiter mein Arschloch, während wir knutschen. Als er drei Finger reinkriegt, halte ich es nicht mehr aus.

"Jetzt." sage ich, und er nickt.

Ich schmiere seinen Schwanz mit Butter ein, und sinke langsam auf ihn herunter. Wir schauen uns dabei an, er kontrolliert, ob es weh tut, ich schaue, wie sehr es ihm gefällt. Sein Blick ist umwölkt, seine Lider halb geschlossen, er schwitzt. Ich reite ihn langsam, er antwortet mit kontrollierten Stößen. Meine Hände lege ich auf seine behaarte Brust, spiele ironisch lächelnd mit seinem Kettchen. Er fickt härter, ich schließe die Augen, er fickt noch härter, keucht. Ich lehne mich vor, auf ihn, um nicht den Halt zu verlieren, und harre unbewegt seiner kraftvollen Stöße. Nur Zentimeter sind zwischen unseren Gesichtern, sein Blick bohrt sich in meine Augen, sein Schwanz in meinen Arsch. Sein Gesicht ist von der Anstrengung verzerrt, und er schaut fast böse. Ich antworte mit dem offensten Blick, lasse alle Rollen fallen, teile ihm wortlos mit, dass er mich besitzt.

Er kommt. Ich biege mich weit zurück, damit seine Stöße noch tiefer eindringen, er verliert den Rhythmus in willkürlichen Nervenzuckungen. Als er fertig ist, komme ich, ohne meinen Schwanz berührt zu haben, schieße meine Ladung über seinen Kopf, seine Brust, bis die Reste auf seinen Schamhaaransatz tropfen. Wir sinken zusammen.

Er schaut mich an, öffnet den Mund, um etwas zu sagen.

"Ich weiß.", komme ich seinen Worten zuvor.

Ich mag Herbert nicht. Meine Mutter hat irgendwann verstanden, dass ich bei Georg wohnen bleibe, aber ich glaube nicht, dass ich ihr schon bald sagen werde, warum. Irgendwie mag ich dieses Geheimnis. Muss damit zu tun haben, dass ich jetzt "erwachsen bin".